1. August: Was Betreiber nach der EEG-Reform beachten müssen

Die EEG-Reform wird zum 01. August in Kraft treten, daran bestehen nach der Zustimmung des Bundesrats keine Zweifel mehr. Zwar muss die EU-Kommission das Vorhaben formal noch absegnen, aber dabei handelt es sich wirklich nur um eine Formalie. Wirtschaftsminister Gabriel und der zuständige EU-Kommissar Almunia haben bereits im Vorfeld betont, dass alle Streitpunkte ausgeräumt werden konnten.

Anders als ursprünglich geplant, erfolgen keine rückwirkenden Eingriffe in Förderzusagen. Für Anlagen, die vor dem 01. August 2014 in Betrieb gehen, ändert sich nichts. Auch die neuen Regelungen für den Eigenverbrauch gelten für diese Anlagen ausnahmsweise nur dann, wenn bislang kein Strom selbst verbraucht wurde. Wenige Änderungen für kleine Dachanlagen Für kleine Dachanlagen mit einer Leistung von maximal zehn Kilowatt ändert sich künftig wenig. Der Eigenverbrauch wird auch zukünftig nicht belastet, ebenso wenig greift die Pflicht zur Selbstvermarktung. Die Förderung erfolgt weiterhin über die Einspeisevergütung. Das Tempo der Degression der Einspeisevergütung wird sogar gedrosselt werden. Liegt der tatsächliche Zubau im angestrebten Korridor zwischen 2,5 und 3,5 Gigawatt pro Jahr, betrug die monatliche Degression bisher ein Prozent. Jetzt sinkt die Einspeisevergütung in diesem Fall nur noch um 0,5 Prozent pro Monat.

Höhere Einspeisevergütung für mittelgroße Anlagen

Für Neuanlagen zwischen zehn Kilowatt und einem Megawatt steigt die Einspeisevergütung ab dem 01. August um 0,3 Cent pro Kilowattstunde. Damit reagiert die Bundesregierung auf den Markteinbruch in diesem Segment.

Belastung des Eigenverbrauchs

Der wohl strittigste Punkt der EEG-Reform ist die Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage. Bis Ende 2015 müssen für selbst verbrauchten Strom 30 Prozent der EEG-Umlage gezahlt werden, im Jahr 2016 steigt die Belastung auf 35 Prozent. Ab 2017 werden dann 40 Prozent der EEG-Umlage fällig. Durch die Ausnahmeregelung für private Kleinanlagen wurde der Streit um diese Maßnahme deutlich entschärft. Das primäre Ziel dieser Regelung besteht darin zu verhindern, dass sich künftig immer mehr Industrieunternehmen durch selbst erzeugten Strom aus der Finanzierung der Energiewende verabschieden.

Die Pflicht zur Selbstvermarktung

Der nicht selbst verbrauchte Strom aus neuen Anlagen mit einer Leistung von mehr als 500 Kilowatt muss künftig direkt vermarktet werden. Im Jahr 2016 sinkt diese Grenze auf 100 Kilowatt. Die dazu erforderlichen Instrumente sind die Marktprämie und die Managementprämie. Beide sind bereits heute Bestandteil des EEG und können bislang wahlweise als Alternative zur Einspeisevergütung in Anspruch genommen werden. Künftig wird diese Art der Vermarktung vorgeschrieben. Über die Marktprämie wird den Anlagenbetreibern die Differenz zwischen dem Verkaufserlös und der ansonsten fälligen Einspeisevergütung erstattet. Die Managementprämie gleicht die durch die Selbstvermarktung anfallenden zusätzlichen Kosten aus, sie beträgt künftig 0,4 Cent pro Kilowattstunde.

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