Weiterer Anstieg der EEG-Umlage wird wahrscheinlicher

Die EEG-Umlage wird im nächsten Jahr wahrscheinlich weiter ansteigen. Obwohl die Umlage zum Jahresbeginn um 70 Prozent angehoben wurde, weist das EEG Konto der Übertragungsnetzbetreiber bereits wieder ein erhebliches Defizit von mehr als 450 Millionen Euro auf. Vieles spricht dafür, dass dieses Defizit in den nächsten Monaten weiter anwachsen wird.

Gründe für den Anstieg

Ein wesentlicher Grund liegt selbstverständlich in den hohen Zubauzahlen regenerativer Energien. Allein die Photovoltaik steuerte im ersten Halbjahr 2012 mehr als 4,3 Gigawatt bei und liegt damit erneut weit über dem angestrebten Zielkorridor. Die Netzbetreiber, die diesen Strom zu den gesetzlich vorgegebenen Bedingungen von den Anlagenbetreibern einkaufen, erwirtschaften beim Weiterverkauf an der Strombörse erhebliche Verluste. Mehr als eine Milliarde Euro beträgt das monatliche Defizit, das über die EEG-Umlage finanziert werden muss. Weniger als ein Drittel der an die Anlagenbetreiber gezahlten Vergütungen können an der Strombörse erwirtschaftet werden. Der zweite Grund für den Anstieg der EEG-Umlage hängt damit unmittelbar zusammen. Großkunden kaufen den Strom zu diesen günstigen Konditionen direkt an der Strombörse, sind aber häufig von der EEG Umlage weitgehend befreit. Insofern stimmt das oft vorgetragene Argument, dass der Solarstrom um die Mittagszeit die Strompreise an der Börse erheblich drücke. Allerdings profitieren davon nur die energieintensiven Betriebe, die von der Umlage ausgenommen sind. Normale Verbraucher müssen auch die Differenz zum Normalpreise über die EEG Umlage selbst finanzieren. Auch die Kosten für den Netzausbau werden teilweise aus der Umlage bezahlt. Hier könnten erhebliche Kosten eingespart werden, wenn der Neubau von Kraftwerken und die Pläne zum Netzausbau aufeinander abgestimmt würden. Schließlich wird die Umlage auch deswegen steigen, weil zukünftig eine Reserve von zehn Prozent auf dem EEG Umlagekonto vorgeschrieben ist.

Unterschiedliche Prognosen

An Prognosen über die künftige Entwicklung der EEG Umlage herrscht kein Mangel. Einig sind sich alle vermeintlichen und tatsächlichen Experten nur darin, dass die Richtung nach oben weist. Selbst das Umweltministerium ist mittlerweile von der zu Jahresbeginn geäußerten Auffassung abgerückt, die Erhöhung sei zu stark ausgefallen und daher sei mit einer Absenkung zu rechnen. Jetzt wird eine „moderate Erhöhung“ in Aussicht gestellt. Weniger moderat sieht die Prognose des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU, Michael Fuchs, aus. Bereits im Jahr 2014 werde die Umlage auf über 8 Cent pro Kilowattstunde steigen, wobei die auch auf die EEG Umlage erhobene Mehrwertsteuer bereits eingerechnet ist. Wie nicht anders zu erwarten, schlägt er als Gegenmaßnahme einen Abbau sämtlicher Subventionen vor – ausgenommen natürlich die Subventionen für die großen Stromkunden, die prächtig an den subventionierten Einspeisungen verdienen.