Photovoltaikanlagen: Welche Entwicklungen erwarten uns 2013?

Die nähere Zukunft der Photovoltaik wird keine entscheidenden Verbesserungen der Solarzellen selbst bringen, sondern von einer besseren Integration der Photovoltaikanlagen in die Stromnetze geprägt sein. Primäres Ziel wird dabei sein, den Eigenverbrauchsanteil der zahlreichen kleinen Privatanlagen zu erhöhen. So ließe sich die Rentabilität dieser Anlagen deutlich steigern, da die Einspeisevergütung mittlerweile deutlich unter dem Strompreis für private Haushalte liegt. Außerdem könnte die Akzeptanz der Photovoltaik in der Bevölkerung noch weiter gesteigert werden, weil der Aufwand für den Netzausbau auf diese Weise reduziert würde.

Smart Grids zur Verbrauchsteuerung

Unter den Stichwort Smart Grids werden Technologien zusammengefasst, die eine intelligente Steuerung des Stromverbrauchs erlauben, um den aktuellen Bedarf der schwankenden Leistung der Photovoltaik und der Windenergie anzupassen. Grundsätzlich kann das auf allen Ebenen erfolgen. Intelligente Steuerungssysteme können im Privathaushalt oder in Unternehmen den Verbrauch der momentanen Leistung der eigenen Photovoltaik Anlage zumindest teilweise anpassen, indem stromintensive Geräte automatisch zum richtigen Zeitpunkt gestartet werden. Das für private Haushalte dazu angeführte Standardbeispiel ist die Waschmaschine – es gibt einfach kein besseres Beispiel! Denkbar ist auch, keine hausinterne Steuerung vorzunehmen, sondern die Steuerung dem regionalen Netzbetreiber zu überlassen. In naher Zukunft werden wir vermutlich beides sehen. Die Steuerung auf Netzebene hat den offensichtlichen Nachteil, dass die Menge des eingespeisten Stroms nicht reduziert wird. Der Vorteil bestünde darin, dass sehr viel mehr Endgeräte zur Verfügung stehen, um in Zeiten hoher Stromproduktion eingeschaltet zu werden. Insbesondere auch Geräte in Haushalten und Unternehmen, die über keine Photovoltaikanlage verfügen. Mit entsprechenden Rabatten auf den Strompreis könnten Verbraucher sicher überzeugt werden, sich an einem solchen Modell zu beteiligen.

Stromspeicher als Zukunftstechnologie

Auch die Speicherung des Solarstroms für den späteren Verbrauch wird eines der dominierenden Themen des Jahres 2013 sein. Erste Photovoltaikanlagen mit integriertem Speicher sind bereits auf dem Markt, rechnen sich aber wegen des hohen Preises noch nicht. Es bleibt abzuwarten, ob die Preise ähnlich schnell sinken wie die der Solarmodule in der Vergangenheit. Auch hier gilt, dass eine Speicherung auf allen Ebenen möglich ist. Kleine Speicher können Strom direkt im Haus speichern, größere Speicher können dies auf der ebene des lokalen Verteilungsnetzes tun und Großspeicher sogar der Ebene des landesweiten Übertragungsnetzes. Auf allen drei Gebieten wird momentan intensiv geforscht, das Spektrum reicht von kleinen Batteriespeichern für den Hauskeller bis zu großen Pumpspeicherkraftwerken oder unterirdischen Druckluftspeichern. Vieles wird hier davon abhängen, wohin die staatlichen Fördermittel fließen. Die Auseinandersetzung zwischen den Befürwortern dezentraler und zentraler Lösungen für die Stromnetze wird sicherlich auch ein Wahlkampfthema sein – wenn es denn neben dem Euro überhaupt weitere Themen geben wird.