Photovoltaik Investitionen in 2012 zeigen gemischtes Bild

Weltweit zeigten die Investitionen in erneuerbare Energien im Allgemeinen und in die Photovoltaik im Besonderen im vergangenen Jahr ein sehr uneinheitliches Bild. Insgesamt lag das Auftragsvolumen der erneuerbaren Energien mit 201 Milliarden Euro unter dem des Vorjahres, in dem mehr als 226 Milliarden Euro investiert wurden. Die klassischen Märkte in Europa und den USA brachen teilweise deutlich ein, während vor allem in China die Nachfrage Anstieg. Auch in Japan stieg das Investitionsvolumen nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima deutlich an. Insgesamt darf der Rückgang um elf Prozent nicht überbewertet werden. 2011 war das bisherige Boomjahr, der Wert von 2012 ist der zweithöchste je erreichte.

Rückgang der Photovoltaik Investitionen

Mit knapp 107 Milliarden Euro war die Solarbranche erneut die größte Branche innerhalb der erneuerbaren Energien. Gegenüber dem Rekordjahr 2011 war auch hier ein Rückgang um neun Prozent zu verzeichnen, der jedoch ausschließlich auf den Preisverfall bei der Photovoltaik zurückzuführen ist. Die neu installierte Leistung ist sogar weiter angestiegen. Dass primär die Eurokrise ein noch besseres Ergebnis verhindert hat, verdeutlicht die Entwicklung in Italien. Hier sank die Investitionssumme in die Photovoltaik auf weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes, weil die Regierung unter dem Druck der Haushaltskonsolidierung die Förderung drastisch eingeschränkt hat. Italien gehörte lange zu den wichtigsten Märkten weltweit, in den vorausgegangenen Jahren hatte das Land oft gemeinsam mit Deutschland die weltweite Spitzenposition eingenommen. Auch andere große Märkte litten unter der Unsicherheit bezüglich der weiteren Förderung. In Spanien führte ein vorläufiger Förderstopp sogar zu einem Einbruch um 68 Prozent. Der Rückgang in den USA fiel mit 32 Prozent vergleichsweise bescheiden aus. Hier liefen einige Förderprogramme aus und es war lange Zeit unklar, ob Nachfolgeprogramme aufgelegt werden würden. Die Präsidentschaftswahlen haben ein Übriges zur Verunsicherung beigetragen.

China boomt

In China stiegen die Investitionen in erneuerbare Energien gegenüber 2011 um 20 Prozent auf über 50 Milliarden Euro an. Damit nimmt China weltweit unangefochten den Spitzenplatz ein. Auf Platz zwei finden sich die USA, deren Gesamtinvestitionen China jedoch um rund 50 Prozent übertrifft. China dürfte diesen Spitzenplatz lange behaupten. Die aktuelle Smog-Situation wird zwangsläufig zum Überdenken der bisherigen Strategie führen müssen, nahezu wöchentlich ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb zu nehmen. In einigen Städten übersteigt die Schadstoffbelastung in der Luft die ohnehin recht großzügig bemessenen Grenzwerte um das Vierzigfache, was akute Lebensgefahr bedeutet. In Sachen Umwelt- und Arbeitsschutz war das Land bislang wenig zimperlich. Aber dass die Menschen in einigen Städten ihre Arbeitsplätze nicht einmal mehr ohne tödliche Vergiftungsgefahr erreichen können, hat bereits zu Ankündigungen weiterer Umweltschutzmaßnahmen geführt.