Photovoltaik als alternative Energiequelle zur Stromversorgung einer Mobilfunk-Basisstation

Der Ökoboom hat auch Mobilfunkanbieter mittlerweile erfasst, die vier deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus sind alle bemüht, sich ein entsprechendes Image zu verpassen. Während die Konkurrenz bislang eher auf Ankündigungen oder indirekte Maßnahmen wie ein Recycling von Handys oder das Sponsoring irgendwelcher Umweltprojekte setzt, arbeitet E-Plus bereits am ökologischen Umbau seines Netzes durch eine alternative Energieversorgung der Basisstationen. Erklärtes Ziel ist es, die „Spitzenposition als effizientestes Mobilfunknetz“ weiter auszubauen.

Photovoltaik als zentrale Komponente der Umweltstrategie

Die Photovoltaik drängt sich als Stromversorgung für ein Mobilfunknetz aus mehreren Gründen geradezu auf. Sendestationen stehen entweder auf Dächern oder irgendwo auf freiem Feld, in beiden Fällen ist meist ausreichend Platz für die Photovoltaik Module vorhanden. Das Leistungsprofil einer Photovoltaik Anlage passt darüber hinaus gut zum Lastprofil einer Basisstation, die ganztägig einen relativ hohen Strombedarf aufweist. An einer Basisstation auf einem Hausdach in Ratingen wurde jetzt eine Photovoltaik Anlage installiert, die tagsüber die Stromversorgung übernehmen soll. Nachts und bei ungünstigen Wetterverhältnissen wird die Station nach wie vor auf herkömmliche Weise mit Strom versorgt. E-Plus hat jedoch bereits erfolgreich demonstriert, dass auch eine vollkommen autarke Stromversorgung von Basisstationen möglich ist. In Versmold wird eine Basisstation von einer Kombination aus einer Photovoltaik Anlage, einer Windturbine und mehreren Brennstoffzellen mit Strom versorgt. Diese Station benötigt keinen externen Stromanschluss mehr.

Autarke Energieversorgung

Die Basisstation in Versmold offenbart die Probleme dieser Strategie. Um eine autarke Energieversorgung zu erreichen, ist ein enormer Aufwand erforderlich. Zunächst müssen die Solarmodule dem Lauf der Sonne nachgeführt werden. Um vom Sonnenschein unabhängig zu werden, ist der Sendemast darüber hinaus mit einer vertikalen Windturbine versehen. Schließlich werden auch noch Brennstoffzellen benötigt, um zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter unabhängig von einer externen Stromversorgung zu sein. Die drei Stromerzeuger werden durch eine aufwändige Steuerung koordiniert.

Intelligente Stromzähler bei Vodafone

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Vodafone mit seiner Strategie auch hier die Nase vorn hat. Die Briten konzentrieren sich bei der Steigerung der Effizienz auf das, wovon sie etwas verstehen: Datenkommunikation! Sie versehen alle Sendestationen mit intelligenten Stromzählern, die via Mobilfunk ständig den Strombedarf an eine Zentrale melden. Mit diesen Daten soll eine passgenaue flächendeckende Stromversorgung geplant werden. Das klingt plausibler, als neben jedem Sendemast ein komplexes Minikraftwerk zu errichten. Vorausgesetzt natürlich, diese Strategie wird tatsächlich umgesetzt. Bislang werden die Daten nur genutzt, um mit Stromversorgern günstigere Verträge auszuhandeln.