Photovoltaik 2014: Im ersten Quartal 4,2% des Strombedarfs in Deutschland gedeckt

Photovoltaikanlagen in Deutschland produzierten im ersten Quartal 2014 rund 5,7 Terawattstunden Strom. Diese Zahl wurde jetzt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme veröffentlicht. Damit trug die Photovoltaik 4,2 Prozent zum gesamten Strombedarf bei. Für das erste Quartal eines Jahres ist dies ein neuer Rekordwert. Im vergangenen Jahr trug die Photovoltaik insgesamt etwa fünf Prozent zum Stromverbrauch bei. Es ist heute schon klar, dass diese Marke 2014 deutlich übertroffen wird, weil die ertragsstarken Monate der Solarenergie noch bevorstehen.

Spitzenposition Deutschlands wackelt

Abgesehen von Italien, das einen noch höheren Anteil an Solarstrom vorweisen kann, erreicht kein größeres Land eine vergleichbare Quote des Solarstroms am Gesamtverbrauch. Diese Spitzenposition wird Deutschland nicht lange halten, da der Zubau der Photovoltaik gegenwärtig deutlich ausgebremst wird. Allerdings wird der Zubau auch 2014 vermutlich in der Größenordnung der seit Jahren eigentlich gültigen Zielmarke von rund 2,5 Gigawatt liegen, bis zum Jahr 2012 wurde diese Marke jedoch regelmäßig um mehr als das Doppelte übertroffen. Während Deutschland also den Zubau gezielt senkt, forcieren andere große Volkswirtschaften ihn durch umfangreiche Förderprogramme. In den USA, in China und in Japan wurden umfangreiche Maßnahmen zum Ausbau der Solarenergie ergriffen. Japan reagiert damit primär auf die Reaktorkatastrophe in Fukushima. China kämpft mit einer dramatischen Luftverschmutzung, die dazu führt, dass nach den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation eigentlich alle Großstädte des Landes inzwischen als unbewohnbar gelten. All dies trägt dazu bei, dass nahezu alle Prognosen für 2014 einen weltweiten Zubau der Photovoltaik von etwa 50 Gigawatt erwarten. Einigkeit herrscht auch darüber, dass 2015 ein noch schnellerer Zubau zu erwarten ist.

Aussichten in Deutschland zumindest stabil

In Deutschland sind die Zukunftsaussichten der Photovoltaik trotz der ständig sinkenden Einspeisevergütung besser, als es viele Branchenvertreter öffentlich verkünden. Die Stromerzeugungskosten der Solaranlagen liegen heute bei etwa zehn Cent pro Kilowattstunde. Großanlagen liegen schon ein wenig darunter, private Kleinanlagen noch um einige Cent darüber. In jedem Fall sind die Stromerzeugungskosten also deutlich niedriger als der Einkaufspreis für Strom, weswegen sich Anlagen für den Eigenverbrauch unabhängig von jeder staatlichen Förderung lohnen. Deswegen richtet sich der Zorn der Solarbranche gegenwärtig nicht mehr gegen sinkende Förderungen, sondern gegen die geplante Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage. Auch die wird sich jedoch als verkraftbar erweisen. Schon der ursprüngliche Vorschlag des Wirtschaftsministers sah zahlreiche Ausnahmen und Vergünstigungen vor, auf dem Energiegipfel wurde er noch weiter entschärft. Der Eigenverbrauch und auch die Direktvermarktung von Solarstrom bleiben also lukrativ.

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