Japan will komplett ohne Atomstrom auskommen

Am Wochenende wurde in Japan das letzte, noch aktive Atomkraftwerk vom Netz genommen. Ab sofort sollen ausschließlich Thermalkraftwerke die Versorgung der Bevölkerung übernehmen. In Zukunft soll noch Solarenergie dazugewonnen werden. Das Atomkraftwerk AKW Tomari ist am Wochenende endgültig vom Netz genommen werden. Es wurde dabei stufenweise heruntergefahren, bis es endgültig ausgeschaltet war. Grund dafür sind mehrmonatige Wartungsarbeiten die begonnen haben. Damit ist in Japan etwas geschehen, das bisher seit 42 Jahren nicht mehr stattfand.

Das ganze Land wird aktuell ohne Atomenergie mit Strom versorgt. Jeder erinnert sich noch an die fruchtbare Katastrophe in Fukushima im März 2011. Doch auch wenn es so aussieht, die aktuelle Abschaltung bedeutet keinen endgültigen Atomausstieg. Es gibt zwar in Japan sehr berechtigtes Misstrauen gegenüber Atomstrom, aber die Angst vor Engpässen ist noch viel größer. Gerade in den heißen Sommermonaten kann es eng werden, mit dem Strom.

Die Zukunft steht unter dem Stern der Photovoltaik

Die japanische Regierung hat jedoch erst vor kurzem einen überarbeiteten Entwurf für eine Solarförderung präsentiert. Ab Juli sollen Photovoltaik Anlagen für zusätzliche Stromversorgung sorgen. Die Förderbedienungen der Solaranlagen sind laut Analysten die aktuell attraktivsten weltweit. Damit könnte der japanische Photovoltaik-Markt schon im kommenden Jahr mehr als zehn Prozent des Marktanteile weltweit einheimsen.

Die Anreize zur Förderung der erneuerbaren Energien wurde am Montag auch offiziell von der Regierung verabschiedet. Ab dem ersten Juli sollen die Einspeisetarife für Photovoltaik, Wind und Biomasse offiziell genehmigt werden. Die Förderung dieser Energien orientiert sich dabei am EEG in Deutschland. Hier wurden die Einspeisetarife in einem Zeitraum für 20 Jahre eingezahlt und dann auf sämtliche Verbraucher eingezahlt.

Ab Juli soll der Strom aus Photovoltaik-Anlagen mit einem Einspeisetarif von umgerechnet 41,88 Cent je Kilowattstunde. Für Windstrom sollen es etwas mehr als 20 Cent werden, die man bekommt. Diese starke Förderung soll dafür sorgen, dass Japan unabhängiger wird und auf fossile Energiequellen vollkommen verzichten kann. Daher sind die Einspeisetarife auch ein Teil der geplanten Energiepolitik, die nach dem Unglück in Hiroshima vorangebracht werden soll. Vor dieser Katastrophe bezog Japan rund 60 Prozent der benötigten Energie aus Öl, Kohle und Gas. 30 Prozent stammten aus Atomkraft.

Die restlichen 10 Prozent wurden überwiegend durch Wasserkraft gedeckt. Nun möchte die Regierung die Kapazitäten der erneuerbaren Energien bis zum März 2013 vorantreiben. Es sollen dann drei Gigawatt mehr sein, als bisher. Alleine der Ausbau der Photovoltaik soll dabei schon zwei Gigawatt einbringen. Nach Ansicht von Kennern könnte die installierte Photovoltaik-Leistung in Japan bis zum Jahre 2016 auf 19 Gigawatt ansteigen. Davon könnten einige Modulhersteller enorm profitieren. Und am Ende wird der Markt selbst natürlich auch für ausländische Produzenten sehr interessant.