Hohe Nachfrage nach erneuerbaren Energien

Die Nachfrage nach erneuerbaren Energie wächst weltweit ständig. Markteinbrüche in einigen von der europäischen Finanzkrise betroffenen Ländern werden zunehmen durch eine verstärkte Nachfrage in Entwicklungs- und Schwellenländern kompensiert. Davon profitiert insbesondere die Solarenergie, da viele diese Staaten in den besonders sonnenreichen Regionen der Erde liegen.

Spezielle Anforderungen in Schwellenländern

Schon vor Jahren gab es in einigen Ländern wie Brasilien Versuche, eine flächendeckende Stromversorgung durch Photovoltaikanlagen aufzubauen. Einige netzgekoppelte Anlagen in den Bevölkerungszentren sind noch in Betrieb, aber die Elektrifizierung entlegener Regionen durch Inselanlagen ist damals gescheitert. Als Hauptproblem erwiesen sich die Stromspeicher, die damals nicht nur in ihrer Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt waren, sondern auch einen erheblichen Wartungsaufwand verursachten. Allerdings waren auch die Solarmodule selbst nicht an die teilweise extremen Klimabedingungen angepasst – sehr hohe Außentemperaturen oder auch Monsunregenfälle sorgten für zahlreiche Ausfälle. Im Ergebnis blieben zahlreiche Ruinen zurück, die bis heute in vielen Dörfern verrotten. Der zweite Anlauf, der jetzt beginnt, verspricht mehr Erfolg. Die Photovoltaik ist heute eine Standardtechnologie, der Wartungsaufwand ist deutlich geringer als vor etwa zehn Jahren. Noch größere Fortschritte wurden bei den Akkuspeichern erzielt, die heute langlebiger, leistungsstärker und auch wartungsärmer sind. Auch die speziellen klimatischen Bedingungen in zahlreichen Schwellenländern werden von den Modulherstellern mittlerweile berücksichtigt. Die Solarunternehmen Hanwah Q Cells und SMA kooperieren mit dem TÜV Rheinland und der Universität Kassel in dem Projekt „Giga-PV“, um ihre Produkte diesen Wetterbedingungen anzupassen. Dabei steht nicht nur die Lebensdauer der Komponenten im Fokus, sondern auch die Leistungseinbußen der Photovoltaik bei sehr hohen Temperaturen. Rund sieben Millionen Euro werden in dieses Projekt investiert, etwa die Hälfte davon aus Fördermitteln des Bundes. Giga-PV hat die Optimierung netzgekoppelter Solar-Großkraftwerke in Schwellenländern zum Ziel.

Chancen für die deutsche Solarbranche

Die Chancen der deutschen Hersteller auf den neuen Märkten sind trotz der relativ hohen Produktionskosten recht gut. Vor Ort fehlt es oft an einer technischen Infrastruktur und auch an Fachpersonal, weswegen eine hohe Nachfrage nach schlüsselfertigen Komplettsystemen besteht. Deutsche Unternehmen sind oft mit Planungsbüros in den Zielregionen vertreten und sind daher mit den regionalen Besonderheiten vertraut. Oft ist es aus der Ferne nicht einmal möglich, die lokale Stromnetzstruktur zu ermitteln, um geeignete Standorte für Solarkraftwerke festzulegen, von denen aus der Strom verteilt werden kann. In einigen Staaten wie beispielsweise Marokko eröffnet auch die Beteiligung an lokalen Unternehmen Exportchancen. Diese Länder streben langfristig eine weitgehende Unabhängigkeit von Importen an und legen daher Wert darauf, möglichst große Teile der Wertschöpfung im eigenen Land zu generieren. Die Einbeziehung inländischer Unternehmen in die Projekte stellt daher einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar.

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