Erneuerbare Energien: 80 Prozent bis 2030 - Photovoltaik mit größter Kostensenkung

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) setzt – wenig überraschend – auf einen weiteren schnellen Ausbau der Photovoltaik. Heute liefern 1,3 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland rund fünf Prozent der gesamten Strommenge. Dieser Anteil soll nach den Vorstellungen des BSW-Solar bis 2030 auf 20 Prozent steigen, insgesamt sollen die erneuerbaren Energien dann 80 Prozent zur Stromproduktion beitragen.

Solarstrom bald unabhängig von staatlicher Förderung?

The same procedure as every year – selbstverständlich weist der Solarverband auch in diesem Jahr wieder darauf hin, dass die Photovoltaik unmittelbar vor dem Erreichen der Wettbewerbsfähigkeit stehe. Darauf weist die Solarbranche seit Jahren regelmäßig hin, und in gewissem Sinne hat sie damit auch Recht. Das Grundproblem der Photovoltaik besteht darin, dass der Strommarkt Regeln unterliegt, unter denen sie prinzipiell niemals wettbewerbsfähig werden kann. Die Strompreise an der Börse werden anhand der so genannten Grenzkosten ermittelt. Das bedeutet, dass der Strompreis stets vom teuersten Kraftwerk bestimmt wird, das sich aktuell am Netz befindet. Bei der Ermittlung dieser Grenzkosten spielen die Brennstoffkosten eine wichtige Rolle. Solar- und Windstrom verursachen keine Brennstoffkosten und drängen daher aufgrund des Einspeisevorrangs für erneuerbare Energien stets teurere Kraftwerke aus dem Netz, wodurch die Grenzkosten sinken. Je mehr Solar- und Windstrom eingespeist wird, desto weiter sinken also die Strompreise an der Börse. Ein merkwürdiger Mechanismus, der dazu führt, dass die Photovoltaik stets die Grenze der Wettbewerbsfähigkeit vor sich herschiebt. Den privaten Endkunden erreichen die niedrigen Börsenpreise nicht, sehr wohl aber die dadurch verursachte Steigerung der EEG-Umlage.

Eigenverbrauch als Ausweg

Die Rechnung ist einfach: Insgesamt entstehen bei der Stromerzeugung auf dem eigenen Dach Kosten von maximal 18 Cent pro Kilowattstunde, oft sogar weniger. Der Verbraucherpreis für Strom liegt mittlerweile bei etwa 25 Cent pro Kilowattstunde. Als Lösung schlägt der BSW-Solar also eine deutliche Steigerung des Eigenverbrauchs vor, wozu auch moderne Batteriespeicher beitragen sollen. Darüber hinaus muss selbst verbrauchter Strom nicht transportiert werden, wodurch auch die Kosten des Netzausbaus sinken. Nun wird es allerdings kompliziert: Sinkt der Anteil des eingespeisten Solarstroms, sinkt auch die EEG-Umlage und mit ihr auch der Strompreis für Endkunden. Hinzu kommt, dass mittags zur Stromversorgung der Industrie vermehrt konventionelle Kraftwerke benötigt werden, wenn der Solarstrom nur noch zu einem deutlich geringeren Teil eingespeist wird. Wirklich unübersichtlich wird es dadurch, dass nicht vorhersehbar ist, wie sich das Zuschalten teurerer Kraftwerke auf die Endkundenpreise auswirkt, denn durch den Anstieg des Börsenpreises sinken die Kosten, die über die EEG-Umlage aufzubringen sind. Im Grunde ist es gar nicht verkehrt, mittags den Strom einzuspeisen und abends Strom zu kaufen, weil dadurch industrielle Lastspitzen ausgeglichen werden und konventionelle Kraftwerke gleichmäßiger laufen können. Leider bestraft das Vergütungssystem dieses vernünftige Verhalten.