Eigenverbrauch lohnt sich immer mehr

Der Eigenverbrauch von Strom aus Photovoltaikanlagen wird zunehmend attraktiver. Diese Feststellung überrascht nicht, denn die Strompreise steigen ständig, während die Einspeisevergütung zurückgefahren wird. Längst ist der Strompreis höher als die Einspeisevergütung für aktuell installierte Anlagen, jede Kilowattstunde Eigenverbrauch lohnt sich also.

Eine Frage des Timings

Rein rechnerisch ist die Welt in Ordnung: Eine Photovoltaikanlage mit einer Modulfläche von zehn Quadratmetern erzeugt im Jahr etwa 1000 Kilowattstunden Strom. Selbst in einem Einpersonenhaushalt ist der Stromverbrauch höher, ein typischer Vierpersonenhaushalt verbraucht sogar rund das Vierfache an Strom. Dennoch fällt es in der Praxis schwer, auch nur einen Eigenverbrauch von 20 Prozent zu erzielen. Der größte Teil des Stroms wird tagsüber erzeugt, während der Verbrauch in den Abendstunden besonders hoch ist. Abhilfe könnten Stromspeicher schaffen. Im Rahmen des Solarkompromisses hat die Bundesregierung zugesichert, die Entwicklung effektiver Stromspeicher finanziell zu fördern. Bis diese Speicher zur Verfügung stehen, kann der Eigenverbrauch jedoch anders gesteigert werden.

Wärmepumpen mit Solarstrom betreiben

Eine Möglichkeit besteht darin, eine Wasser-Wärmepumpe mit dem Strom der eigenen Photovoltaikanlage zu betreiben. Das kann zu Zeiten maximaler Stromerzeugung geschehen, moderne Wasserspeicher können Warmwasser über längere Zeiten mit geringen thermischen Verlusten speichern. Auf diese Weise können die Warmwasserkosten spürbar gesenkt werden. Aus wirtschaftlicher Sicht ist dieses Konzept besonders für Photovoltaikanlagen interessant, die in den letzten Jahren in Betrieb genommen wurden. Wer eine Wärmepumpe nachrüstet, kann für den von ihr verbrauchten Strom den Eigenverbrauchbonus erhalten. Aus physikalischer Sicht ist dieses Konzept reichlich abenteuerlich. Statt einer Solarthermieanlage mit deutlich höherem Wirkungsgrad wird eine Photovoltaikanlage installiert, deren Strom anschließend in Wärme umgewandelt wird. Die Umwandlung von Strom in Wärme ist immer ein energetisch ineffizienter Prozess, weil Wärme ohne den Umweg über Strom mit deutlich höheren Wirkungsgraden gewonnen werden kann. Aber finanziell rechnet sich eine solche Konstruktion durchaus. Das liegt im Kern daran, dass die Erzeugung der „hochwertigen“ Energieform Strom deutlich stärker gefördert wird als die direkte Erzeugung von Wärme. Immerhin: Die Verwendung einer Wärmepumpe lässt das Ganze ein wenig besser aussehen. Man könnte ja auch auf die Idee verfallen, den Kessel direkt mit Solarstrom zu beheizen.

Hohe Renditen möglich

Der Anbieter Stiebel Eltron errechnet für eine Photovoltaikanlage mit angeschlossener Wasser-Wärmepumpe eine jährliche Rendite von fünf Prozent. Photovoltaikanlagen aus den Vorjahren, die noch von der damals höheren Förderung profitieren, bringen es nach dieser Rechnung sogar auf mehr als acht Prozent Rendite. Selbst nach einer in den nächsten Jahren möglicherweise anstehenden vollständigen Einstellung der Förderung sind noch beachtliche Renditen möglich, wenn der Preisverfall der Module sich fortsetzen sollte.