Bundesumweltministerium stellt Regelung zur Fernsteuerung des Wechselrichters klar

Das Bundesumweltministerium hat die gesetzliche Neuregelung zur Fernsteuerung von Photovoltaik Anlagen mit einer Leistung bis 30 Kilowatt präzisiert. Der Gesetzestext des Paragraphen sechs des Erneuerbare Energien Gesetzes lässt relativ weite Spielräume bei der Interpretation zu. Die Verbraucherzentralen waren ursprünglich davon ausgegangen, dass keine Fernsteuerung für Anlagen erforderlich sei, die zwischen dem 01. April und dem 31. Dezember 2012 in Betrieb genommen werden. Dieser Interpretation widerspricht das Bundesumweltministerium. Vielmehr werde für diese Anlagen lediglich eine Übergangsfrist bis Ende dieses Jahres eingeräumt. Da sich diese Regelung nur auf Neuanlagen bezieht, rätseln nicht nur die Verbraucherzentralen über den Sinn dieser Übergangsfrist. Warum sollte jetzt eine Anlage ohne fernsteuerbaren Wechselrichter in Betrieb genommen und noch vor dem Jahresende nachgerüstet werden?

Dauerhafte Reduzierung der Einspeisung als Alternative

Alternativ zur Nutzung eines fernsteuerbaren Wechselrichters kommt eine dauerhafte Drosselung der Einspeisung auf 70 Prozent der Nennleistung in Betracht. Das stellt eine erhebliche Beschränkung dar, da ein Eigenverbrauch von 30 Prozent im durchschnittlichen Haushalt unrealistisch ist. Wer sich dennoch für diese Variante entscheidet, profitiert von der eingeräumten Übergangsfrist. Die Anlage muss in diesem Fall erst zum Ende des Jahres herunter geregelt werden.

Nicht alle Netzbetreiber sind vorbereitet

Nicht alle regionalen Netzbetreiber sind heute schon in der Lage, den Kunden die notwendigen technischen Spezifikationen mitzuteilen. Dabei geht es im Wesentlichen allerdings nur um das Signal zur Abschaltung der Anlage. Gemäß gesetzlicher Vorgabe muss die Einspeisung lediglich via Fernsteuerung ein- und ausgeschaltet werden können, eine stufenlose Regelbarkeit ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Dazu sind alle fernsteuerbaren Wechselrichter imstande, weswegen die Installation auch ohne Kenntnis des Steuersignals möglich ist. Ärgerlich wird es nur, wenn der Netzbetreiber gänzlich auf eine Fernsteuerung verzichtet. Das kann er tun, wenn er eine solche Steuermöglichkeit in seinem Netz nicht für erforderlich hält.

Bundesweite Regelung umstritten

Nach wie vor ist umstritten, ob die Pflicht zur Installation eines fernsteuerbaren Wechselrichters wirklich sinnvoll ist. Teilweise tragen Kleinanlagen nur einen geringen Teil zur Gesamtleistung bei, weswegen eine Fernsteuerung nicht erforderlich ist. Experten rechnen daher damit, dass in den meisten Fällen die Möglichkeit der Fernsteuerung vom Netzbetreiber nie genutzt werden wird. Dem sehr geringen Nutzen steht nicht nur ein erheblicher technischer Aufwand gegenüber, sondern auch ein noch größerer Verwaltungsaufwand. Kritisiert wird auch, dass nicht präzise festgeschrieben wurde, welche Anforderungen der Netzbetreiber genau stellen darf. Berichten zufolge nutzen einige Netzbetreiber diese Möglichkeit, um die Kosten unnötig in die Höhe zu treiben.

Bildquelle: Claus Ableiter unter CC BY-SA 3.0