Bundesnetzagentur äußert sich zur Meldung von PV-Anlagen

Die von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Zahlen zum Zubau der Photovoltaik wurden und werden von unterschiedlicher Seite in Zweifel gezogen. Banken wundern sich, wer all diese Anlagen finanziert haben soll und die Hersteller der Module wissen oft nicht, wo die vielen angeblich montierten Module hergekommen sein sollen. Auch die Montagebetriebe waren überrascht, als die Bundesnetzagentur meldete, allein Im Dezember 2011 seien knapp drei Gigawatt installiert worden. Eine Zunahme des Auftragsvolumens stellten sie zwar fest, aber längst nicht in dieser Größenordnung. Angesichts dieser Diskrepanzen ist die Datenerhebung der Bundesnetzagentur in die Kritik geraten. Die Zahlen der Agentur basieren auf Meldungen, die Anlagenbetreiber über ein Webportal vornehmen. Grundsätzlich kann hier jeder Meldungen vornehmen, egal ob er tatsächlich eine Photovoltaik Anlage in Betrieb zu nehmen beabsichtigt oder nicht. Das eröffnet zahlreiche Möglichkeiten zur Manipulation. Die Bundesnetzagentur hat zu diesem und anderen Vorwürfen jetzt offiziell Stellung genommen. Teile dieser Stellungnahme sind schlicht absurd.

Kein Interesse an Manipulationen?

Das einzige, was die Bundesnetzagentur dem Vorwurf der Datenmanipulation durch unkontrollierte Eingabe entgegen hält, ist dies: Wer das tut, zieht daraus keinen finanziellen Vorteil. Die Motivation zur Manipulation sei also gering, dementsprechend sei nur mit einem sehr geringen Anteil an fingierten Meldungen zu rechnen. Geht’s noch alberner? Von interessierter Seite werden Unsummen für Anzeigenkampagnen gegen regenerative Energien ausgegeben. In der politischen Diskussion sind die von der Agentur gemeldeten Zahlen das zentrale Argument der Gegner der Photovoltaik Förderung, die so einen ohnehin schon viel zu schnellen Ausbau nachweisen wollen. Und unter diesen Bedingungen behauptet die Bundesnetzagentur ernsthaft, eine Kontrolle der Dateneingabe sei entbehrlich, weil niemand ein Interesse an einer Manipulation habe? Das ist mehr als naiv!

Diskrepanz zu den Zahlen der Netzbetreiber

Die Netzagentur hat sich auch zu den starken Abweichungen ihrer Zahlen zu denen der Netzbetreiber geäußert. Hier verweist die Agentur darauf, dass die Netzbetreiber teilweise unverständlich lange brauchen, um die Anschlusszahlen an ihre Netze weiterzugeben. Dem ist zuzustimmen, teilweise müssen aus diesem Grund Zahlen noch nach einem Jahr korrigiert werden. Interessant ist jedoch ein zweites Argument der Agentur: Für die Netzbetreiber sei der Zeitpunkt der Inbetriebnahme entscheidend, für die Bundesnetzagentur der Zeitpunkt der Meldung über ihr Portal. Diese kann bereits erfolgen, wenn die Inbetriebnahme zu einem späteren Zeitpunkt fest geplant ist. Es ist also möglich und auch zulässig, den Zeitpunkt der Meldung in weiten Grenzen selbst zu bestimmen. Aufgrund der gesetzlichen Regelungen zur zubauabhängigen Degression der Einspeisevergütung ist der genaue Zeitpunkt jedoch wichtig.