Blauer Engel für effiziente Photovoltaik Wechselrichter

Künftig sollen besonders effiziente Wechselrichter mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ ausgezeichnet werden. Der Blaue Engel ist das älteste Umweltsiegel der Welt und hat inzwischen zahlreiche Nachahmer gefunden. Aus der Vielzahl mehr oder weniger aussagekräftiger Ökosiegel ragt der Blaue Engel durch seinen hohen Bekanntheitsgrad, seine hohe Akzeptanz sowie durch klar formulierte Vergabekriterien heraus. Vergeben wird der Blaue Engel durch die Jury-Umweltzeichen, in der Umwelt- und Verbraucherschutzverbände ebenso vertreten sind wie andere gesellschaftliche Gruppen.

Vergabekriterien für Photovoltaik Wechselrichter

Das wichtigste Kriterium für die Vergabe des Blauen Engels an einen Wechselrichter ist dessen hoher Wirkungsgrad. Mindestens 95 Prozent des von den Solarmodulen erzeugten Gleichstroms müssen in Wechselstrom umgewandelt werden, der anschließend selbst genutzt oder ins Stromnetz eingespeist wird. Ein sehr wichtiges Kriterium! Es erfordert einen hohen Forschungs- und Fertigungsaufwand, um den Wirkungsgrad von Solarzellen auch nur um wenige Prozent zu steigern. Allzu oft wird diese Effizienzsteigerung durch einen minderwertigen Wechselrichter wieder zunichte gemacht. Darüber hinaus müssen Hersteller, die für ihre Wechselrichter den Blauen Engel beantragen, zahlreiche Selbstverpflichtungen abgeben. Das betrifft zunächst den Verzicht auf Stoffe wie Blei, Quecksilber und andere Substanzen, von den Gesundheits- und Umweltgefahren ausgehen. Solche Stoffe dürfen bei der Produktion der Wechselrichter nicht verwendet werden. Im Wesentlichen bedeutet das eine Selbstverpflichtung, die für Wechselrichter noch nicht verbindliche EU-Richtlinie bezüglich der Verwendung solcher Substanzen freiwillig einzuhalten. Hersteller müssen sich auch verpflichten, defekte Geräte unentgeltlich zurück zu nehmen und zu recyceln. Diese Verpflichtung umfasst auch, defekte Geräte innerhalb einer Garantiefrist von fünf Jahren binnen 48 Stunden kostenlos auszutauschen. Das ist eher ein Serviceversprechen als eine Umweltschutzmaßnahme, weswegen dieses Kriterium einigermaßen überraschend auftaucht. Da aber eine Photovoltaikanlage mit defektem Wechselrichter keinen Strom produzieren kann, geht auch das mit ein wenig gutem Willen als Ökokriterium durch. Eher nahe liegend ist da das Kriterium, dass die Geräte besonders leise arbeiten müssen. Gesundheitsschutz zählte neben dem Umweltschutz schon immer zu den wichtigen Vergabekriterien für den Blauen Engel.

Intelligente Steuerung

Seit Anfang dieses Jahres müssen Photovoltaikanlagen über eine intelligente Steuerung verfügen, mit der sie zur Stabilisierung der Stromnetze beitragen. Auch diese Bedingung müssen die Wechselrichter erfüllen, um die begehrte Umweltauszeichnung zu erhalten. Auch hier könnte man diskutieren, ob es zu den Aufgaben eines Ökosiegels gehört, dies zu bewerten. Praktisch ist die Aufnahme dieses Kriteriums in jedem Fall. Der Verbraucher kann auf diese Weise sofort erkennen, dass er voraussichtlich von teuren Nachrüstungen verschont bleibt.

Die gesamte Ökobilanz entscheidet

Die vom Öko-Institut ermittelten Vergabekriterien berücksichtigen stets die gesamte Ökobilanz eines Produkts. Dabei wird für Wechselrichter die Umweltbelastung durch die Herstellung, durch einen einjährigen Betrieb und durch die Entsorgung betrachtet. Es kann also durchaus vorkommen, dass die Auszeichnung aus Gründen verweigert wird, die nichts mit dem Produkt selbst zu tun haben. Sondern beispielsweise mit der Energiebilanz der Gebäude des Herstellers.

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