50,2 Hertz Problem: Nachrüstung von Solaranlagen beginnt

Die Nachrüstung älterer Photovoltaik Anlagen im Zuge der Lösung des 50,2 Hertz Problems läuft allmählich an. Die Netzbetreiber haben begonnen, den Betreibern von Photovoltaik Anlagen Fragebögen über ihre Anlagen zuzuschicken, um die Nachrüstung vorzubereiten. Nicht alles läuft dabei reibungslos, die Anlagenbetreiber sind mit dem Ausfüllen des Fragebogens teilweise überfordert. Der Bundesverband der Solarwirtschaft hat darauf reagiert und stellt eine allgemeinverständliche Hilfe für das Ausfüllen des Fragebogens kostenlos zur Verfügung.

Nicht alle Anlagen sind betroffen

Von der Nachrüstpflicht ausgenommen sind Anlagen mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt. Diese werden nach wie vor nach dem bisher angewandten Verfahren betrieben, das heißt sie trennen sich automatisch vom Netz, wenn die Netzfrequenz 50,2 Hertz erreicht. Ebenfalls nicht betroffen sind Wechselrichter, die seit April 2011 hergestellt wurden, da diese bereits mit der neuen Technik ausgerüstet sind. Betroffen sind darüber hinaus nur Anlagen, die nach dem 31.08.2005 in Betrieb genommen wurden. Lediglich für große Anlagen mit einer Leistung von mehr als 100 Kilowatt ist der 30.04.2001 der Stichtag. Der BSW-Solar schätzt, dass insgesamt mehr als 300.000 Anlagen von der Nachrüstpflicht betroffen sind.

Die Netzbetreiber bezahlen die Nachrüstung

Für den Anlagenbetreiber ist die Nachrüstung kostenlos, die Kosten trägt der zuständige Netzbetreiber. Letztlich werden auch diese Kosten auf den Stromkunden umgelegt, und zwar zu jeweils 50 Prozent über die EEG-Umlage und die Netzentgelte. Der Betreiber der Anlage muss lediglich die Mehrkosten tragen, wenn er einen Fachbetrieb seiner Wahl mit der Nachrüstung beauftragen möchte, wofür es allerdings keinen zwingenden Grund gibt.

Der Anlagenbetreiber ist zur Duldung der Maßnahme verpflichtet

Der Betreiber der Anlage muss die Nachrüstung dulden und in bescheidenem Umfang auch daran mitwirken, nämlich indem er die Schreiben des Netzbetreibers korrekt beantwortet. Dies ist als weitgehend unproblematisch anzusehen, da die Nachrüstung für ihn im Allgemeinen keine negativen Folgen hat. Eine Ausnahme ist allerdings denkbar: Die freiwillige Garantie des Herstellers des Wechselrichters kann theoretisch erlöschen. Genaue Auskünfte dazu kann nur der jeweilige Hersteller geben. Nicht betroffen ist die gesetzliche Gewährleistung.

Das Ziel der Maßnahme

Bei der Nachrüstung handelt es sich um eine Vorsorge für ein theoretisch denkbares Schadensszenario. Es soll verhindert werden, dass sich alle Photovoltaik Anlagen beim Erreichen einer Netzfrequenz von 50,2 Hertz gleichzeitig abschalten. An Sommertagen mit einem hohen Anteil von Sonnen- und Windstrom im Netz könnte dies zu einem Blackout führen. Aus diesem Grund wird die Steuerung mit Zufallselementen verknüpft, damit sich die Anlagen zeitversetzt vom Netz trennen und wieder mit diesem verbinden.