20 Prozent erneuerbare Energien bis 2020: EU-Fortschrittsbericht

Die EU-Kommission hält in ihrem aktuellen Fortschrittsbericht zum Ausbau erneuerbarer Energien an der Einschätzung fest, dass in der EU bis 2020 ein Anteil von 20 Prozent erreicht werden wird. Bereits 2014 betrug der Anteil der regenerativen Energien am Brutto-Endenergieverbrauch 15,3 Prozent. Der Brutto-Endenergieverbrauch umfasst neben Strom- und Wärmelieferungen auch den Verkehrssektor. Ebenso mit eingeschlossen sind Lieferungen von Rohstoffen, die beim Kunden zur Energiegewinnung eingesetzt werden sollen.

Fast alle europäischen Statten liegen im Soll

Beschlossen wurde das 20-Prozent-Ziel bereits im Jahr 2007. Dabei wurden ebenfalls Zwischenziele festgelegt, um den Fortschritt kontinuierlich überprüfen zu können. Derzeit liegen nur Großbritannien, die Niederlande und Luxemburg hinter der 2007 vereinbarten Marschtabelle zurück. In einigen weiteren Ländern wie Frankreich und Polen hält es die Kommission derzeit für fraglich, ob die individuellen Zielvorgaben für 2020 erreicht werden können. Dass die Statistik für die gesamte EU dennoch im grünen Bereich liegt, ist der deutschen Energiewende zu verdanken. 2013 sah die Planung für Deutschland einen Anteil von 8,5 Prozent vor, erreicht wurden aber nach den offiziellen Zahlen der EU bereits 12,4 Prozent. Das genügt, um Rückstände kleinerer Länder zu kompensieren. Dass auch in den großen Ländern Großbritannien und Frankreich die Erreichung der Ziele für 2020 fraglich erscheint, liegt auch daran, dass die EU zwei voneinander unabhängige Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zur Minderung der CO2-Emissionen beschlossen hat. Beide setzen bei der Minderung der Emissionen unter anderem auch stark auf die Kernenergie, was sich selbstverständlich negativ auf den Anteil regenerativer Energien auswirkt.

Der Ausbau der Photovoltaik stoppt

Während die Photovoltaik weltweit boomt, entwickelt sie sich in der europäischen Energiewende zunehmend zur Bremse. Der Zubau ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Selbst der einstige Vorreiter Deutschland muss immer häufiger monatliche Zubauzahlen von weniger als 100 Megawatt melden. Dieser Einbruch ist eine unmittelbare Folge der radikalen Kürzungen der Förderprogramme, die in fast allen europäischen Staaten infolge der Finanzkrise vorgenommen wurden. Kritiker bemängeln darüber hinaus, dass die zwischen der EU und China vereinbarten Mindestpreise einen weiteren Preisverfall der Solarmodule gestoppt haben und somit verhinderten, dass die Photovoltaik auch ohne staatliche Förderung marktfähig wird. Damit übernehmen sie im Wesentlichen die Argumentation, die von der „Allianz für bezahlbare Solarenergie“ schon 2013 im Streit um den Solarkompromiss zwischen China und der EU vorgetragen wurde. Außer Acht bleibt dabei nach wie vor die Frage, ob chinesische Hersteller von illegalen Subventionen profitieren. Auch das neuerdings vorgetragene Argument, selbst europäische Hersteller könnten inzwischen die vereinbarten Mindestpreise unterbieten, ändert daran nichts Wesentliches. Viele dieser Hersteller übernehmen im Wesentlichen die Endmontage von Zellen aus asiatischer Produktion.

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