Photovoltaik Freiflächenanlagen

Der Begriff „Freiflächenanlage“ beschreibt Photovoltaikanlagen die typischerweise aufgrund ihrer Dimensionen gegenüber Dachanlagen echte Kostenvorteile haben. Der Artikel gibt einen Überblick zu den erforderlichen Komponenten, den rechtlichen Rahmenbedingungen, der Förderung sowie den Anforderungen an die Auswahl des Standorts.

Komponenten einer Freiflächenanlage

Ein wichtiger Unterschied zu den meisten Dachanlagen besteht darin, dass mittels einer Aufständerung die Ausrichtung und der Neigungswinkel der Photovoltaik Module frei gewählt werden können. Es sind auch zahlreiche Nachführsysteme verfügbar, mit denen die Solarmodule stets optimal zur Sonne ausgerichtet werden. Die Module werden in parallelen Reihen montiert, deren Abstand groß genug gewählt wird, um eine gegenseitige Verschattung zu verhindern. Auch die Wechselrichter für Freiflächenanlagen unterscheiden sich von den für kleinere Dachanlagen verwendeten Modellen. Aufgrund der meist deutlich höheren Leistung kommen Multistring- oder Zentralwechselrichter zum Einsatz.

Rechtliche Voraussetzungen

Freiflächenanlagen dürfen nicht auf jeder Fläche errichtet werden. Im Normalfall werden Konversionsflächen zu diesem Zweck genutzt. Dazu gehören beispielsweise Böden mit hoher Schadstoffbelastung, ehemalige Mülldeponien oder früher militärisch genutzte Flächen. Ackerland oder Grünflächen können in so genannten „landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten“ in begrenztem Umfang für Solaranlagen genutzt werden. Dazu ist eine Freigabe der Flächen durch die jeweilige Landesregierung erforderlich. Darüber hinaus muss für jede Freiflächenanlage eine Baugenehmigung bei der zuständigen Kommune eingeholt werden. In der Praxis erweist sich dies gelegentlich als langwieriges Verfahren, weil auch die ökologische Verträglichkeit und die Integration ins Landschaftsbild geprüft werden.

Welche Standorte sind für Freiflächenanlagen geeignet?

Weil die Ausrichtung der Module durch die Aufständerung weitgehend frei festgelegt werden kann, existieren kaum topographische Einschränkungen. Ebene Flächen sind ebenso wie Hangflächen geeignet, sofern diese eher südlich als nördlich ausgerichtet sind. Die Standortwahl ist daher primär durch dir rechtlichen Rahmenbedingungen eingeschränkt. Hochwertige landwirtschaftliche Flächen kommen ebenso wenig in Betracht wie ökologisch wertvolle Flächen. Und schließlich spielen auch Naturschutzbelange eine Rolle, wobei Naturschutz mit nicht Umweltschutz verwechselt werden darf. Eine Photovoltaikanlage verursacht keine schädlichen Emissionen und gefährdet weder Tiere noch Pflanzen, kann aber das Landschaftsbild empfindlich beeinträchtigen.

Hoher Ertrag und hohe Lebensdauer

Freiflächenanlagen erzielen aufgrund ihrer optimalen Ausrichtung einen um bis zu 30 Prozent höheren Ertrag als Dachanlagen. Pro Hektar Fläche erzeugt eine solche Anlage jährlich etwa 400.000 bis 500.000 Kilowattstunden Strom. Die Lebensdauer einer Freiflächenanlage beträgt etwa 40 Jahre und ist damit deutlich größer als die einer Dachanlage. Das liegt primär an den besseren Wartungsmöglichkeiten. Allerdings sind die meisten Pv-Anlagen derzeit noch weit von diesem Alter entfernt, weswegen kaum Daten zur Leistung solch alter Anlagen vorliegen.

Einspeisevergütung nur bis 100 Kilowatt

Die Einspeisevergütung für Strom aus Freiflächenanlagen beträgt derzeit ca. 8 Cent pro Kilowattstunde. Sie wird allerdings nur noch für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von maximal 100 Kilowatt gewährt. Für größere Anlagen ist die Direktvermarktung verpflichtend. Das bedeutet aber nicht etwa, dass sich jeder Anlagenbetreiber selbst auf die Suche nach Stromkunden begeben muss. Er muss lediglich einen Vertrag mit einem Zwischenhändler schließen, der zum Handel an der Strombörse zugelassen ist. Weil die dort erzielten Preise nahezu immer deutlich niedriger als die Einspeisevergütung sind, wir die Differenz über die so genannte Marktprämie ausgeglichen. Für Freiflächenanlagen mit einer Leistung bis zu 750 Kilowatt besteht ein gesetzlicher Anspruch auf diese Marktprämie, deren Höhe vom Gesetzgeber ständig angepasst wird. Für noch größere Anlagen wird die Marktprämie in einem Ausschreibungsverfahren vergeben, in dem diejenigen Anlagenbetreiber den Zuschlag erhalten, die die niedrigste Marktprämie fordern. In der letzten Ausschreibungsrunde wurde dabei schon die Sechs-Cent-Marke erreicht.

Freiflächenanlagen rechnen sich

Es bedarf keiner abstrakten abstrakten Rechenbeispiele, um dies festzustellen. Durch die Reformen des EEG der letzten Jahre wurden Freiflächenanlagen dem Wettbewerb ausgesetzt und haben sich dort sehr gut behauptet. Die Ausschreibungsrunden sind trotz der inzwischen unter sechs Cent pro Kilowattstunde gesunkenen Förderung überzeichnet. Es wollen also deutlich mehr Investoren in Freiflächenanlagen investieren, als zum Erreichen der Ausbauziele erforderlich sind. Überzeugender können Freiflächenanlagen ihre Rentabilität kaum unter Beweis stellen.